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Wenn der Hirsch ruft

Wilder Herbst im Wildpark Lüneburger Heide - spannende Entdeckerstunden
 
Hanstedt-Nindorf. 17.09.2026. Wenn am Abend ein tiefes Röhren durch den Wildpark Lüneburger Heide hallt, ist unüberhörbar: Der Herbst steht vor der Tür – und mit ihm eines der eindrucksvollsten Naturschauspiele des Jahres. Die Brunft des Rotwilds beginnt. Passend dazu steht in diesem Jahr ein ganz besonderer Protagonist im Mittelpunkt: Der Rothirsch ist Deutschlands Tier des Jahres 2026.

Im September zeigt sich der Wildpark Lüneburger Heide deshalb von einer besonders stimmungsvollen Seite. Die Tage werden kürzer, erste warme Herbstfarben ziehen in die Landschaft ein und die Rufe der Hirsche sind weithin zu hören. Besucherinnen und Besucher können diese besondere Jahreszeit bei einer Führung zur Rotwildbrunft am 26. September erleben. Für Familien und neugierige Naturfans stehen außerdem zwei Entdeckerstunden im Wilden Klassenzimmer auf dem Programm – am 20. September rund um den Igel und am 27. September passend zur Hirschbrunft.
 
 
Der Ruf des Rothirsches ist unüberhörbar und beeindruckend zugleich. Foto: Wildpark Lüneburger Heide
 
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Wenn der Hirsch ruft:
Führung zur Rotwildbrunft Im September beginnt die wohl spektakulärste Zeit im Jahreslauf des Rotwilds. Während der Brunft konkurrieren die Hirsche um die weiblichen Tiere. Schon ihr tiefes Röhren ist Teil des Kräftemessens: Es signalisiert Präsenz und Stärke und soll Rivalen beeindrucken.

Reicht das akustische Imponieren nicht aus, können sich die Kontrahenten gegenübertreten. Dann kommen auch die mächtigen Geweihe zum Einsatz. Die Hirsche verhaken sie miteinander und versuchen, den Rivalen zurückzudrängen. Solche Auseinandersetzungen wirken spektakulär, doch häufig lässt sich die Rangordnung bereits durch Rufe, Imponierverhalten und gegenseitiges Einschätzen klären.

Wie sich dieses faszinierende Verhalten beobachten lässt und was während der Brunft im Rotwildrudel geschieht, erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Führung zur Rotwildbrunft am Samstag, 26. September 2026. Unter fachkundiger Begleitung des Wildpark-Teams geht es auf Entdeckungstour zum Rotwild. Dabei gibt es Wissenswertes über das Paarungsverhalten, die Bedeutung der Brunftrufe, die Rolle dominanter Hirsche und viele weitere Besonderheiten dieser eindrucksvollen Wildart.

Termin: Samstag, 26. September 2026, 17:30 Uhr, Dauer: ca. 1,5 Stunden Kosten: 10 Euro Erwachsene / 8 Euro Kinder Treffpunkt: Artenschutzpavillon direkt am Eingang/Spielplatz Tickets sind im Onlineshop des Wildparks Lüneburger Heide unter https://wild-park.ticketfritz.de erhältlich.
 
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Entdecken und Staunen im Wilden Klassenzimmer
Auch die Entdeckerstunden im Wilden Klassenzimmer gehen im September weiter. Hier wird nicht nur zugehört: Es wird beobachtet, ausprobiert, gefragt und gemeinsam entdeckt. Mit spielerischen Aktionen, kleinen Experimenten und spannenden Geschichten aus der Tierwelt wird Naturwissen für große und kleine Wildparkfans lebendig. Das Motto lautet: Augen auf, Ohren spitzen und selbst entdecken! Denn wer die Natur verstehen möchte, muss sie mit allen Sinnen erleben.

20. September: Der Igel – ein heimlicher Gartenbewohner
Was steht eigentlich auf dem Speiseplan eines Igels? Wo verbringt er seinen Tag? Und was braucht der stachelige Gartenbewohner, damit er sich auch in unserer Nachbarschaft wohlfühlen kann? Bei der Entdeckerstunde am Sonntag, 20. September, dreht sich alles um den heimlichen Gartenbewohner. Groß und Klein erfahren Spannendes über seine Lebensweise, seinen Lebensraum und darüber, wie jeder mit einfachen Maßnahmen dazu beitragen kann, Gärten und Grünflächen igelfreundlicher zu gestalten.

Wann: Sonntag, 20. September 2026, 11:00–14:00 Uhr. Wo: Wildes Klassenzimmer im Wildpark Lüneburger Heide Kosten: Die Entdeckerstunde ist im Eintrittspreis enthalten.
 
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27. September: Wenn der Hirsch ruft – die große Hirschbrunft
Einen Tag nach der Führung zur Rotwildbrunft bleibt das Tier des Jahres 2026 im Mittelpunkt. Bei der Entdeckerstunde „Wenn der Hirsch ruft – die große Hirschbrunft“ geht es um Geweihe, Brunftrufe und das spannende Sozialleben der Hirsche. Welche Hirscharten gibt es eigentlich? Was unterscheidet Rothirsch und Reh? Warum tragen nur die männlichen Rothirsche ein Geweih – und weshalb werfen sie es jedes Jahr wieder ab? Und was genau passiert, wenn im Herbst das mächtige Röhren der Hirsche durch den Wildpark schallt? Gemeinsam gehen die Besucherinnen und Besucher diesen und weiteren Fragen auf den Grund und lernen das Rotwild aus einer ganz neuen Perspektive kennen.

Wann: Sonntag, 27. September 2026, 11:00–14:00 Uhr. Wo: Wildes Klassenzimmer im Wildpark Lüneburger Heide Kosten: Die Entdeckerstunde ist im Eintrittspreis enthalten.

Auf in einen wilden Herbst!
Ob beim Spaziergang durch die langsam herbstlich werdende Landschaft, beim tiefen Röhren eines Rothirsches oder beim gemeinsamen Forschen und Staunen im Wilden Klassenzimmer: Der September steckt im Wildpark Lüneburger Heide voller besonderer Naturmomente. Und wann ließe sich das Tier des Jahres 2026 besser kennenlernen als jetzt? Wenn die Rothirsche ihre Stimme erheben und die Brunft ihren Höhepunkt erreicht, lässt sich erleben, was Naturbeobachtung so faszinierend macht: hören, sehen, verstehen – und staunen. Also: Jacke einpacken, Ohren spitzen und den beginnenden Herbst im Wildpark Lüneburger Heide mit allen Sinnen erleben!
 
Tier des Jahres 2026: Ein majestätischer Wanderer im Mittelpunkt
Prächtiger Geweihträger, geselliges Rudeltier und während der Brunft weithin hörbarer „Rufer“: Der Rothirsch (Cervus elaphus) wurde von der Deutschen Wildtier Stiftung zum Tier des Jahres 2026 gewählt. Damit rückt eine Tierart in den Fokus, die vielen Menschen vertraut erscheint, deren Lebensweise aber zahlreiche Überraschungen bereithält.

Der Rothirsch ist das größte regelmäßig in Deutschland an Land vorkommende Wildtier. Ausgewachsene männliche Tiere wiegen meist zwischen 100 und 160 Kilogramm, besonders kräftige Exemplare können sogar bis zu 250 Kilogramm erreichen. Der Name „Rothirsch“ bezeichnet dabei übrigens die gesamte Art – also nicht nur die männlichen Tiere. Die Weibchen heißen Hirschkühe, ihre Jungen Kälber.

Eine Besonderheit ist das Geweih der männlichen Tiere: Es wird jedes Jahr abgeworfen und vollständig neu aufgebaut. Dabei vollbringt der Organismus eine erstaunliche Leistung. Während der Wachstumsphase kann das Geweih um bis zu zwei Zentimeter pro Tag zulegen. Innerhalb von rund 140 Tagen entstehen durchschnittlich sechs bis sieben Kilogramm neue Knochensubstanz, bei besonders starken Hirschen sogar mehr als zehn Kilogramm.

Auch ökologisch ist Rotwild von Bedeutung. Die Tiere verbreiten Pflanzensamen über weite Strecken, schaffen durch Suhlen und das Aufwühlen feuchter Böden Kleinstlebensräume und hinterlassen mit abgeworfenen Geweihstangen eine wertvolle Mineralstoffquelle, die beispielsweise von Nagetieren genutzt wird.

Von Natur aus ist der Rothirsch keineswegs ausschließlich ein Bewohner dichter Wälder. Ursprünglich bevorzugt er halboffene Landschaften mit Wiesen, offenen Flächen und Gehölzen. Zudem ist Rotwild ausgesprochen wanderfreudig. Heute sind viele Vorkommen jedoch durch Straßen, Siedlungen und andere Barrieren voneinander getrennt. Genau auf diese Herausforderungen und die Bedeutung vernetzter Lebensräume macht die Wahl zum Tier des Jahres 2026 aufmerksam.