Autohaus in Hanstedt
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Gemeinderat bringt Baugebote auf den Weg

Baulücken sollen für Innenverdichtung geschlossen werden
 
Hanstedt. 18.06.2026. Mit deutlicher Mehrheit hat der Gemeinderat Hanstedt den Weg für die künftige Anwendung von Baugeboten nach § 176 Baugesetzbuch (BauGB) freigemacht. Lediglich eine Enthaltung gab es bei der Abstimmung über das Vorgehen, mit dem die Gemeinde vorhandene Baulücken künftig gezielt einer Bebauung zuführen will.

Hintergrund der Entscheidung ist das im September 2025 beschlossene Siedlungskonzept der Gemeinde. Darin hat sich Hanstedt das Ziel gesetzt, vorhandene Innenentwicklungspotenziale stärker zu nutzen, anstatt neue Baugebiete auf der grünen Wiese auszuweisen.
 
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Nach Angaben der Verwaltung gibt es derzeit rund 100 baureife Grundstücke im Gemeindegebiet, die bislang unbebaut geblieben sind und damit ein erhebliches Potenzial für zusätzlichen Wohnraum darstellen.

Das Baugebot ist ein städtebauliches Instrument, mit dem Kommunen Grundstückseigentümer verpflichten können, ihre Grundstücke entsprechend den geltenden planungsrechtlichen Vorgaben zu bebauen oder zu nutzen. Die Gemeinde will das Instrument künftig gezielt in Einzelfällen einsetzen, um dringend benötigten Wohnraum zu mobilisieren.

Bürgermeister Gunnar Hofmeister erinnerte daran, dass früher in Bebauungsplänen häufig Bauverpflichtungen festgeschrieben worden seien. „Oft hat man aber darauf verzichtet – das war ein Fehler“, betonte er während der Beratung.
 
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Auch Gemeindedirektor Olaf Muus machte deutlich, dass die Gemeinde ihre selbst gesteckten Ziele ernst nehmen müsse. „Wenn wir uns um die innere Entwicklung kümmern wollen, dann müssen wir auch handeln. B-Pläne werden dafür gemacht, damit gebaut wird und keine Wiesen bleiben“, sagte Muus. Gleichzeitig stellte er klar, dass Gespräche mit den betroffenen Grundstückseigentümern zunächst oberste Priorität hätten. Das Baugebot solle nicht als erstes, sondern als letztes Mittel eingesetzt werden.

Für die UNS-Fraktion sprach sich Florian Schönwälder für das Vorhaben aus. „Aus meiner Sicht ist das nur konsequent. Die Verfahren müssen jedoch unbedingt transparent sein“, forderte er. Unterstützung kam auch von der CDU. Fraktionsvorsitzender Günter Rühe verwies darauf, dass Grundstücke mit bereits vorhandener Infrastruktur auch genutzt werden sollten.
 
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In dieselbe Richtung argumentierte Lars Möhrke von den Grünen. Die Gemeinde wolle und könne nicht unbegrenzt nach außen wachsen. Deshalb müsse die weitere Entwicklung vor allem durch Nachverdichtung und die Nutzung vorhandener Baulücken im Innenbereich erfolgen.

Zur rechtlichen Vorbereitung des Verfahrens wird die Gemeinde nun einen Fachanwalt für Baurecht hinzuziehen. Dieser soll die Verwaltung bei der Umsetzung begleiten und die Gemeinde gegebenenfalls auch im weiteren Verfahren vertreten.

Als nächster Schritt ist eine Versammlung mit den Eigentümern aller betroffenen Grundstücke geplant. Dort sollen die Hintergründe erläutert und das weitere Vorgehen vorgestellt werden. Mit dem Ratsbeschluss hat Hanstedt nun den Startschuss dafür gegeben.