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Die plattdeutsche Sprache erhalten

Reger Austausch beim überregionalen plattdeutschen Netzwerk-Treffen

Landkreis. 08.02.2026. Um die Förderung und den Erhalt der plattdeutschen Sprache zu stärken, gab es kürzlich das dritte überregionale plattdeutsche Netzwerk-Treffen der Plattdeutsch-Beauftragten und -Koordinatoren. Es fand in „Stoof Mudders Kroog“ im Freilichtmuseum am Kiekeberg statt.

Eingeladen hatte wieder der im Landkreis Harburg aktive Verein FÖR PLATT e. V. Zwölf Teilnehmer kamen, um sich zu informieren, auszutauschen und über die Hürden der plattdeutschen Sprache zu diskutieren. Der Erhalt der plattdeutschen Sprachkultur liegt ihnen allen sehr am Herzen.

Die Problematik ist in den Landkreisen Harburg, Buxtehude, Stade, Heidekreis, Lüneburg und Uelzen ähnlich. Plattdeutsch wird im Alltag immer weniger gesprochen. Ehrenamtliche, die die Sprache als Plattdeutsch-Lehrkraft in Kitas und Schulen vermitteln, werden aufgrund der demografischen Entwicklung kontinuierlich weniger, und die Weitergabe in den Familien nimmt ebenfalls ab. Dadurch fehle die Kompetenz. Nun soll mit kreativen Ideen und Projekten weiter gegensteuert werden, mit dem Ziel: junge Menschen – möglichst schon ab dem Kleinkindalter - an das Plattdeutsche heranzuführen und sie dafür zu begeistern. „Plattdeutsch darf nicht aussterben. Doch das geht nur über die Jugend“, stellten die Teilnehmer einstimmig fest.
 
 
Die Teilnehmer am plattdeutschen Netzwerk-Treffen setzen sich mit viel Herzblut für den Erhalt der plattdeutschen Sprache ein: hinten: Dr. Heinz Harms, Günther Wagener, Heinz Mügge, Annika Liebig, Rike Henties, Wiebke Erdtmann, Friedhelm Schneider, Uli Wellmann und Jan Wegener. Vorne: Astrid Sitarz, Isa Steffen und Magda Mügge. Foto: Verein FÖR PLATT eV.

 
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Für die Jüngsten als Einstieg eignen sich plattdeutsche Bücherkisten mit Büchern und Spielen, Lieder und Tanz oder auch einfache Rollenspiele, wie z. B. „Gelebte Geschichte op Platt“ im Kiekeberg-Museum. Dieses Projekt wird wiederkehrend angeboten, ebenso der plattdeutsche Lesewettbewerb „Schööler leest Platt“.

Doch mit zunehmendem Alter nimmt bei Schülern die Begeisterung für das Plattdeutsche ab. Die Zahl der Plattsnacker sinkt, ebenfalls bei Erziehern und Lehrern. Für Schulen sei es schwierig, Plattdeutsch anzubieten – allein schon wegen des Personalmangels. Plattdeutsch-AGs laufen nahezu nur in Grundschulklassen, manchmal noch als Wahlpflicht-Kurs in weiterführenden Schulen, teilweise auch in den Unterricht anderer Fächer integriert. Modellschulen für Plattdeutsch seien die Ausnahme. Wer hingegen als Kleinkind mit Plattdeutsch in Berührung kommt, bleibt vielleicht doch dabei. Kinder lernen leicht, und eine frühe Mehrsprachigkeit könne nur vorteilhaft sein, so der Tenor auf der Versammlung.

An Jugendliche und Erwachsene richtet sich der Appell, mehr Plattdeutsch im Alltag zu sprechen. Die Sprache lebt, wenn sie gesprochen wird - etwa beim Einkaufen, bei Freizeitaktivitäten, in den Vereinen oder in den Klönkrings - damit sie nicht verstummt und dadurch ein Stück norddeutsche Identität verschwindet. Für alle Interessierten, die Plattdeutsch wertschätzen, es verstehen, aber nicht sprechen können, bieten zahlreiche Volkshochschulen in der Region Kurse zum Erlernen der Sprache an.
 
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Die plattdeutsche Sprache außerdem sichtbar und hörbar zu machen sei ebenfalls wichtig. Gute Beispiele wie etwa plattdeutsche Ortsnamen auf den Ortsschildern und Landkarten, Kochbücher op Platt, Stadtführungen, Konzerte mit plattdeutschem Liedgut, gibt es bereits, der Vielfalt sind dabei keine Grenzen gesetzt. Die TV- und Radiosender im Norden, wie NDR und Radio ZuSa sowie weitere digitale Medien, unterstützen mit ihren plattdeutschen Beiträgen ebenso die Sprache.

Darüber hinaus planen die Teilnehmer der Versammlung eine Resolution an die Landesregierung in Hannover. Sie waren sich einig, dass von Seiten der Politik immer noch viel zu wenig für Plattdeutsch getan wird. Plattdeutsch ist im Rahmen der Sprachencharta des Europarats offiziell als Regionalsprache anerkannt und geschützt, die diesbezüglichen Regelungen in Deutschland gelten bereits seit 1999. „Snackt mehr Platt! Plattdüütsch mutt blieben!“ Das wünschten sich die Teilnehmer zum Abschluss der Gesprächsrunde, die aufgrund der positiven Resonanz nun regelmäßig stattfindet.