Landkreis setzt auf Sprachförderungs-Tool
Digitale Brücke zwischen Sprachen, Kulturen und klinischem Alltag
„Wir glauben, dass gute Kommunikation medizinische Versorgung und den Arbeitsalltag für alle besser macht. Deshalb bauen wir eine digitale Brücke zwischen Sprachen, Kulturen und klinischem Alltag“, sagt Dr. Rüdiger Schmitz. Der Mediziner hat casuu zusammen mit seinem Team ins Leben gerufen.
Landkreis. 01.01.2026. Pflege heißt immer auch Kommunikation. Für die Zuwendung zu den Patientinnen und Patienten sind Sprache und Verständnis unerlässlich. Doch nicht bei allen Pflegekräften sind die Sprachkenntnisse ausreichend – gerade, wenn es um Fachfragen oder Nuancen in der Kommunikation geht. Da angesichts des Fachkräftemangels gerade im Pflegebereich auch die Akquise von internationalen Fachkräften ein Weg sein kann, wird der Landkreis Harburg aktiv: Zur Unterstützung der Unternehmen und Beschäftigten kann das digitale Sprachförderungs-Tool casuu eingesetzt werden. Die App unterstützt gezielt Auszubildende und Fachkräfte mit Deutsch als Zweitsprache in der Pflege und im Gesundheitsbereich. Der Landkreis Harburg ist damit bundesweit Vorreiter.
„Wir glauben, dass gute Kommunikation medizinische Versorgung und den Arbeitsalltag für alle besser macht. Deshalb bauen wir eine digitale Brücke zwischen Sprachen, Kulturen und klinischem Alltag“, sagt Dr. Rüdiger Schmitz. Der Mediziner hat casuu zusammen mit seinem Team ins Leben gerufen.
Das neue Sprachförderungs-Tool stellen Stefan Baumann, Leiter der Abteilung Bildung der Kreisverwaltung (links), Dr. Rüdiger Schmitz und Kreisrätin Ana Cristina Bröcking vor. Foto: Landkreis Harburg
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„Ich freue mich, dass mit casuu sprachliche Barrieren im Berufsalltag abgebaut werden können. Das gibt den Pflegekräften mehr Sicherheit bei ihrer Tätigkeit und ist ein wichtiger Beitrag zu einer guten Versorgung der Patientinnen und Patienten“, betont Kreisrätin Ana Cristina Bröcking. „Kommunikation ist nun einmal von zentraler Bedeutung und die Grundvoraussetzung einer vertrauensvollen und gelingenden Versorgung. Als Landkreis wollen wir die Betriebe und Fachkräfte unterstützen, denn Pflege und Gesundheit sind unverzichtbar für die Gesellschaft und zentrale Bausteine für die Daseinsvorsorge.“
Das Healthcare-Tech-Startup casuu (https://casuu.com) aus Hamburg hat die KI-gestützte Plattform für internationale Pflegekräfte entwickelt, um die Kommunikation mit Patienten, Kollegen und Angehörigen zu verbessern und so Sprachbarrieren im klinischen Alltag abzubauen. Dazu werden realistische Dialoge mit KI-Patienten simuliert, um Fachsprache und interkulturelle Kommunikation zu trainieren. Die Nutzung ist digital, jederzeit abrufbar und eignet sich sowohl für den Unterricht als auch für das eigenständige Lernen. So bieten beispielweise strukturierte Nachbesprechungen von simulierten Patientengesprächen als Teil des Präsenzunterrichts neue Möglichkeiten des praxisnahen Lernens.
Das Healthcare-Tech-Startup casuu (https://casuu.com) aus Hamburg hat die KI-gestützte Plattform für internationale Pflegekräfte entwickelt, um die Kommunikation mit Patienten, Kollegen und Angehörigen zu verbessern und so Sprachbarrieren im klinischen Alltag abzubauen. Dazu werden realistische Dialoge mit KI-Patienten simuliert, um Fachsprache und interkulturelle Kommunikation zu trainieren. Die Nutzung ist digital, jederzeit abrufbar und eignet sich sowohl für den Unterricht als auch für das eigenständige Lernen. So bieten beispielweise strukturierte Nachbesprechungen von simulierten Patientengesprächen als Teil des Präsenzunterrichts neue Möglichkeiten des praxisnahen Lernens.
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Die Innovationsgruppe Gesundheit im Landkreis Harburg ist auf das Sprachförderungs-Tool aufmerksam geworden. Der Landkreis Harburg übernimmt nun die Grundlizenz für casuu, so dass die Sprachförderung bei Pflegebetrieben aller Größen eingeführt werden kann. Der Landkreis Harburg ist damit der bundesweit erste Kreis, der diese Art der innovativen Fachkräfteintegration in die Breite aller Betriebe bringt. Die Krankenhäuser Winsen und Buchholz sowie die Berufsbildenden Schulen wollen casuu auch nutzen – und die Waldklinik Jesteburg hat die digitale Plattform sogar als eine der ersten Kliniken deutschlandweit eingeführt.
Fachkräfte absolvieren zwar neben allgemeinen auch berufsspezifische Sprachkurse. „Doch die sind relativ weit weg von der Praxis und vermitteln vor allem nicht die nötige Routine, um im Arbeitsalltag handlungsfähig zu werden“, so die Erfahrung von Rüdiger Schmitz. casuu will das ändern: Durch interaktive Übungen, Höraufgaben und leicht verständliche Erklärungen können Fachkräfte ihre Sprachkompetenzen sowohl in der Fachsprache als auch für Alltagssituationen verbessern.
Gerade internationale Fachkräfte merken schnell, dass Pflege und Medizin besondere Sprachkenntnisse erfordern – und es oft auf Feinheiten ankommt. Das kann die Kenntnis sein, dass ein beiläufiges „dem müssen wir auf die Füße gucken“ in der Übergabe wichtig ist, weil Hautinfektionen für bestimmte Patienten lebensbedrohlich sein können. Es können aber auch bildhafte Beschreibungen von Patientinnen und Patienten sein. „Jemand sagt nun einmal nicht, dass er einen Herzinfarkt hat, sondern spricht davon, dass er sich fühlt, als ob ein Elefant auf der Brust sitzt“, verdeutlicht Schmitz. „Auch der Smalltalk mit Patienten ist nicht zu unterschätzen“, betont der Mediziner. „Er liefert oft entscheidende Informationen zum Beispiel zur Versorgungssituation und verbessert die Behandlungserfolge. Der vermeintliche Smalltalk ist eigentlich ein wesentlicher Aspekt der Diagnostik.“
Das Training umfasst daher Patientendeutsch, Klinikjargon und Fachsprache für verschiedene Situationen, von der Übergabe bis zur Patientenaufklärung. Besonders hilfreich ist der Bezug zu typischen Situationen in der Pflegepraxis – von Kommunikation im Team bis hin zu Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Die Besonderheit: casuu kann mit echten Fallbeispielen des Betriebes gefüttert und so direkt auf die Anforderungen vor Ort zugeschnitten werden. Die Nutzerinnen und Nutzer sollen so mit den virtuellen Patienten, Kollegen, Angehörigen und Kursen mit echten Fällen, Abläufen und Dokumenten ins aktive Sprechen bzw. Interagieren kommen. Ergänzt werden kann dies durch eine menschliche Begleitung durch erfahrene Berufskräfte. Stellt etwa die Stationsleitung fest, dass eine Pflegekraft mit einer bestimmten Situation wie einer Übergabe überfordert ist, kann sie mit wenigen Klicks und KI-basiert entsprechende Hörverstehensübungen oder Fallsimulationen in dem Programm generieren lassen.
Fachkräfte absolvieren zwar neben allgemeinen auch berufsspezifische Sprachkurse. „Doch die sind relativ weit weg von der Praxis und vermitteln vor allem nicht die nötige Routine, um im Arbeitsalltag handlungsfähig zu werden“, so die Erfahrung von Rüdiger Schmitz. casuu will das ändern: Durch interaktive Übungen, Höraufgaben und leicht verständliche Erklärungen können Fachkräfte ihre Sprachkompetenzen sowohl in der Fachsprache als auch für Alltagssituationen verbessern.
Gerade internationale Fachkräfte merken schnell, dass Pflege und Medizin besondere Sprachkenntnisse erfordern – und es oft auf Feinheiten ankommt. Das kann die Kenntnis sein, dass ein beiläufiges „dem müssen wir auf die Füße gucken“ in der Übergabe wichtig ist, weil Hautinfektionen für bestimmte Patienten lebensbedrohlich sein können. Es können aber auch bildhafte Beschreibungen von Patientinnen und Patienten sein. „Jemand sagt nun einmal nicht, dass er einen Herzinfarkt hat, sondern spricht davon, dass er sich fühlt, als ob ein Elefant auf der Brust sitzt“, verdeutlicht Schmitz. „Auch der Smalltalk mit Patienten ist nicht zu unterschätzen“, betont der Mediziner. „Er liefert oft entscheidende Informationen zum Beispiel zur Versorgungssituation und verbessert die Behandlungserfolge. Der vermeintliche Smalltalk ist eigentlich ein wesentlicher Aspekt der Diagnostik.“
Das Training umfasst daher Patientendeutsch, Klinikjargon und Fachsprache für verschiedene Situationen, von der Übergabe bis zur Patientenaufklärung. Besonders hilfreich ist der Bezug zu typischen Situationen in der Pflegepraxis – von Kommunikation im Team bis hin zu Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Die Besonderheit: casuu kann mit echten Fallbeispielen des Betriebes gefüttert und so direkt auf die Anforderungen vor Ort zugeschnitten werden. Die Nutzerinnen und Nutzer sollen so mit den virtuellen Patienten, Kollegen, Angehörigen und Kursen mit echten Fällen, Abläufen und Dokumenten ins aktive Sprechen bzw. Interagieren kommen. Ergänzt werden kann dies durch eine menschliche Begleitung durch erfahrene Berufskräfte. Stellt etwa die Stationsleitung fest, dass eine Pflegekraft mit einer bestimmten Situation wie einer Übergabe überfordert ist, kann sie mit wenigen Klicks und KI-basiert entsprechende Hörverstehensübungen oder Fallsimulationen in dem Programm generieren lassen.
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