Hanstedter Kulturbox feiert ersten Geburtstag
Ausgediente Telefonzelle wird zum Erfolgsprojekt
Hanstedt. 03.12.2025. Wo früher Gespräche per Münze oder Telefonkarte geführt wurden, raschelt heute Papier: Die kleine magentafarbene Telefonzelle unweit der KulturBäckerei hat sich in den vergangenen zwölf Monaten zu einem beliebten Treffpunkt für Leseratten entwickelt. Die „Kulturbox“, wie der Standort im Rahmen einer Bürgerabstimmung getauft wurde, feiert ihren ersten Geburtstag – Anlass zu einem Jubiläumstermin mit kleinem Resümee.
Samtgemeindebürgermeister und Gemeindedirektor Olaf Muus erinnert sich gut an die Anfänge. Schon lange hatte er die Idee, eine ausgediente Telefonzelle als öffentlichen Bücherschrank zu nutzen – und eigentlich wollte er dafür sogar die letzte Hanstedter Telefonzelle zwischen Volksbank und Ladenzentrum retten. „Das hat leider nicht geklappt“, sagt Muus. Also kontaktierte er die Telekom. Die begehrten Modelle vom Typ TEL H90 magenta lagerten zu diesem Zeitpunkt allesamt in Potsdam, und die Nachfrage war groß. Wochen vergingen, bis die Zusage kam.
"Das ist ein echtes Erfolgsding." Nach einem Jahr ziehen Dorothee Mühlberg und Olaf Muus für die umgenutzte Telefonzelle in positives Resümee.
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Als es endlich so weit war, rückte der Bauhof aus und holte die 350 Kilogramm schwere Zelle nach Hanstedt. Dort bekam sie ein neues Innenleben: Bernd Heckmann baute passgenaue Regale ein, die seither unzählige Bücher beherbergen – Romane, Kinderbücher, Krimis, Reiseführer, alles, was Leserinnen und Leser hineinstellen oder herausholen.
Am Abend leuchtet die Kulturbox sogar von innen. „So kann man auch im Dunkeln noch stöbern“, erzählt Dorothee Mühlberg, die sich liebevoll um Ordnung und Sauberkeit kümmert. Sie sortiert nach, räumt um und sorgt dafür, dass aus dem kleinen Raum keine chaotische Papierhöhle wird. „Das ist ein echtes Erfolgsding“, sagt sie stolz.
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Auch Hermann Krekeler aus der KulturBäckerei zeigt sich zufrieden – vor allem, weil eine Sorge sich nicht bewahrheitet hat: „Wir hatten große Befürchtungen, was Vandalismus angeht. Aber es ist nichts passiert.“ Warum? Für ihn liegt die Antwort nahe: „Dorothee hält die Kulturbox so gut in Schuss, dass es niemand übers Herz bringt, daran etwas kaputtzumachen.“
Die Kulturbox hat längst ihren festen Platz im Hanstedter Alltag eingenommen. Ein Jahr nach ihrer Einweihung zeigt sie, dass ein Stück Vergangenheit wunderbar in die Gegenwart passen kann – besonders, wenn darin gute Geschichten stecken!
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