Autohaus in Hanstedt
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Kandidaten im Antwortenduell

Podiumsdiskussion: Wer zieht in das Rathaus ein und beerbt Olaf Muus?
 
SG Hanstedt. 21.08.2026.  Rund 100 Menschen kamen am Mittwochabend in den Alten Geidenhof, um die vier Kandidaten für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters kennenzulernen. Beim „Forum für Demokratie in Hanstedt und Umgebung“ ging es um die Zukunft der Samtgemeinde: Schulen und Kinderbetreuung, Klimaschutz und Mobilität, die Entwicklung der Dörfer, Verwaltung, Ehrenamt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gunnar Hofmeister, Christian Sauer, Lars Heuer und Alberto Baptista stellten sich dabei den Fragen der Moderatoren Pierre Weiß und Prof. Heinke Schlünzen sowie des Publikums.

Alle vier Bewerber bekamen dieselben Fragen und hatten Gelegenheit, ihre Vorstellungen für die Samtgemeinde zu erläutern. Bevor die Kandidaten zu Wort kamen, erläuterte Prof. Heinke Schlünzen die besondere Stellung des Samtgemeindebürgermeisters. Er ist als Verwaltungsbeamter auf Zeit Verwaltungschef der Samtgemeinde und trägt damit Verantwortung für rund 50 Beschäftigte im Rathaus Hanstedt. Seine Aufgabe ist es, die politischen Beschlüsse umzusetzen. Gleichzeitig müsse er sein Amt neutral ausüben, sich aber durchaus an der politischen Meinungsbildung beteiligen.

Danach stellten sich Gunnar Hofmeister, Christian Sauer, Lars Heuer und Alberto Baptista noch einmal persönlich vor. Alle vier Kandidaten begrüßten das Veranstaltungsformat und die Möglichkeit, mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Anschließend ging es in mehreren Fragerunden um die zentralen Zukunftsthemen.
 
Sie stellen sich im September zur Wahl für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters: Christian Sauer, Alberto Baptista, Gunnar Hofmeister und Lars Heuer (v.l.n.r.)
 
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Wie sieht Hanstedt in acht Jahren aus?

Bei der ersten Frage nach der Entwicklung der Samtgemeinde bis 2034 wurden unterschiedliche Schwerpunkte deutlich. Gemeinsam war den Kandidaten allerdings der Wunsch, Hanstedt als lebenswerte Region zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Gunnar Hofmeister verwies auf seine langjährige Kenntnis der Entwicklung der Samtgemeinde. Er lobte die Arbeit des scheidenden Samtgemeindebürgermeisters Olaf Muus und erklärte, daran anknüpfen zu wollen. Für Hofmeister sind Kompromisse entscheidend, in denen sich möglichst viele Beteiligte wiederfinden. Dabei wolle er als Bürgermeister der Samtgemeinde helfen. Gleichzeitig sieht Hofmeister eine Reihe großer Aufgaben auf die Samtgemeinde zukommen. Dazu gehören für ihn der Neubau des Feuerwehrhauses in Hanstedt, erhebliche finanzielle Herausforderungen, die weitere Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes und die Weiterentwicklung der Grundschulen zu Ganztagsschulen.

Christian Sauer formulierte sein Ziel als eine Samtgemeinde mit hoher Lebensqualität. Hanstedt brauche mehr junge Menschen, Wachstum dürfe aber nicht um jeden Preis erfolgen. Wichtig seien gut ausgestattete Schulen und eine verlässliche Kinderbetreuung, eine gute Verkehrsanbindung und Mobilität sowie eine moderne Verwaltung. Die Digitalisierung müsse weiter vorangebracht werden, gleichzeitig müsse die Verwaltung für die Menschen aber immer auch persönlich erreichbar bleiben. Auch Unternehmen und Tourismus sollen aus Sauers Sicht gute Bedingungen vorfinden. Darüber hinaus müsse sich die Samtgemeinde auf Krisen vorbereiten und insgesamt krisenfester werden.

Lars Heuer blickte zunächst mit dem Wunsch in die Zukunft, dass die kommenden Jahre wieder stärker von Stabilität und Frieden geprägt sein mögen. In den vergangenen Jahren habe es in kurzen Abständen immer wieder neue Krisen gegeben. Für Hanstedt wünscht er sich eine moderne und wirtschaftlich gut aufgestellte Samtgemeinde, die gleichzeitig ihren dörflichen Charakter bewahrt. Heuer verwies zudem auf die neue Zusammensetzung der Gemeinderäte nach den Kommunalwahlen. Rund die Hälfte des bisherigen Samtgemeindekonzeptes sei bereits umgesetzt, weitere Schritte müssten deshalb gemeinsam mit den neuen Gemeinderäten beraten werden. Eine enge Abstimmung zwischen Samtgemeinde und den Mitgliedsgemeinden sei für ihn besonders wichtig.
 
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Alberto Baptista legt einen seiner Schwerpunkte auf die jüngere Generation. Bis 2034 müssten die Schulen fit für die Zukunft gemacht und zusätzlich attraktive Orte für Kinder und Jugendliche geschaffen werden. Das Rathaus solle sich stärker zu einem offenen Ort für alle Bürger entwickeln. Baptista möchte außerdem die Generationen stärker zusammenbringen – etwa durch gemeinsame Veranstaltungen. Damit verbunden ist sein Wunsch nach einer Samtgemeinde, in der sich die Menschen mitgenommen fühlen und ihre Verwaltung als Ansprechpartner erleben.

Klimaneutralität 2040: Jetzt muss gehandelt werden

Die Samtgemeinde hat sich vorgenommen, bis 2040 klimaneutral zu werden. Für Lars Heuer ist dafür zunächst entscheidend, die bereits gemeinsam beschlossenen Maßnahmen konsequent weiterzuverfolgen. Mit dem Klimaschutzkonzept und der Klimaschutzbeauftragten im Rathaus gebe es dafür bereits eine Grundlage. Wichtig sei ihm, die einzelnen Dörfer bei der Umsetzung mitzunehmen und die Bürger über Fördermöglichkeiten zu informieren.

Gunnar Hofmeister sieht vor allem die Verwaltung in der Verantwortung. Das Klimaschutzkonzept umfasst nach seinen Worten 40 konkrete Maßnahmen. Als Samtgemeindebürgermeister wolle er deren Umsetzung vorantreiben. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist für ihn die Mobilität. Die bestehenden Angebote des öffentlichen Nahverkehrs und das Anruf-Sammeltaxi müssten weiterentwickelt werden.

Auch Christian Sauer setzt beim Thema Klimaschutz auf Veränderungen im Alltag. Die Samtgemeinde müsse Energie einsparen und gleichzeitig Möglichkeiten ausloten, erneuerbare Energie vor Ort zu erzeugen. Entscheidend sei nun, nicht bei Konzepten stehen zu bleiben, sondern ins Handeln zu kommen.

Sauer verbindet Klimaschutz zudem mit der Frage, wie die Menschen in ihrem Alltag unterwegs sind. Sein Ziel sind möglichst kurze Wege innerhalb der Samtgemeinde. Dazu gehören für ihn gute Radwege, eine funktionierende Ladeinfrastruktur und ein öffentlicher Nahverkehr, der stärker auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Bevölkerung zugeschnitten ist.

Alberto Baptista möchte stärker bei den konkreten Fragen der Bürger ansetzen. Aus seiner Sicht braucht es mehr Beratung, damit aus dem allgemeinen Wunsch nach Klimaschutz auch praktikable Maßnahmen werden. Neben der Mobilität beschäftigt ihn insbesondere der Umgang mit der Ressource Wasser. Auch bei der Photovoltaik sieht Baptista noch Möglichkeiten, beispielsweise auf privaten Hausdächern.

Bei der Energieversorgung spielt darüber hinaus die Frage eine Rolle, wie viel erneuerbare Energie in der Samtgemeinde erzeugt werden kann. Photovoltaik- und Windenergieprojekte bieten dabei nicht nur Möglichkeiten für den Klimaschutz, sondern können auch wirtschaftliche Vorteile für die Kommunen bringen, führte Christian Sauer an. Gleichzeitig stehen der Ausbau der Windenergie und die dafür notwendige Flächenplanung vor weiteren Entscheidungen auf Kreisebene.

Am Ende der Diskussion blieb damit vor allem eine Gemeinsamkeit: Das Klimaschutzziel bis 2040 soll weiterhin umgesetzt werden.

 
 
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Zusammenhalt lässt sich nicht verordnen

Wie lässt sich das Miteinander in der Samtgemeinde stärken? Auch auf diese Frage gab es unterschiedliche Antworten – gleichzeitig spielte bei allen vier Kandidaten das Ehrenamt eine zentrale Rolle.

Christian Sauer bezeichnete allein die Podiumsdiskussion als Beispiel für gelebte Demokratie, machte aber auch deutlich: „Zusammenhalt kann man nicht beschließen und nicht verordnen." Er zeigte sich beeindruckt von der großen Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements in der Samtgemeinde. Menschen, die gemeinsam etwas auf die Beine stellen wollen, müsse man unterstützen. Sauer möchte den Menschen offen begegnen, sieht aber auch eine klare Grenze: Wo Hass und Hetze beginnen, müsse widersprochen werden.

Gunnar Hofmeister verwies auf seine gute Vernetzung in der Samtgemeinde. Er möchte Bevölkerung und Rathaus stärker zusammenbringen. Früher habe man sich in den Dörfern besser gekannt und mehr miteinander zu tun gehabt. Ein solches Miteinander wünsche er sich wieder. Auch innerhalb des Rathauses müsse die Zusammenarbeit verbessert werden. Hofmeister möchte die Beschäftigten stärker zu einer gemeinsamen Mannschaft verbinden. Erfolg entstehe, wenn Menschen partnerschaftlich miteinander umgehen, so Hofmeister.

Alberto Baptista sieht eine einfachere und transparentere Verwaltung als wichtige Voraussetzung. Das Rathaus solle ein zentraler Anlaufpunkt für die Bürger sein. Gleichzeitig möchte er Generationen zusammenbringen, das Ehrenamt stärker würdigen und zusätzliche Freizeitflächen schaffen. Kultur- und Sportangebote sollen ebenfalls gefördert werden.

Respekt müsse auch dann gewahrt bleiben, wenn eine Diskussion einmal aus dem Ruder läuft, sagte Lars Heuer. Er setze beim respektvollen Umgang auf das persönliche Vorbild. Die Samtgemeinde sei stark durch ihre Vereine geprägt und auch er und die anderen drei Kandidaten seien sogenannte „Vereinsmeier“. Als Vorzeigebeispiel führte Heuer die Feuerwehren an. Ihre Jugendarbeit leiste einen wichtigen Beitrag und sorge dafür, dass eine neue Generation in die Gemeinschaft hineinwachse.

Feuerwehrhaus bleibt große Aufgabe

Eine konkrete Herausforderung, die alle Kandidaten vor Augen haben, ist der geplante Neubau des Feuerwehrhauses in Hanstedt. Das Projekt gehört zu den größeren finanziellen Aufgaben der kommenden Jahre. Die Herausforderung besteht darin, das Vorhaben angesichts der finanziellen Rahmenbedingungen umzusetzen, dessen sind sich alle vier bewusst.

Einigkeit bei Alpha-E

Eine Frage aus dem Publikum führte schließlich zu einem Thema, das die Region seit Jahrzehnten beschäftigt: die geplante Neubaustrecke der Deutschen Bahn zwischen Hamburg und Hannover. Bei diesem Thema herrschte unter den vier Kandidaten Einigkeit. Alle unterstützen den im Jahr 2015 entwickelten Kompromiss „Alpha-E“ und stellen sich gegen die aktuellen Neubaupläne der Deutschen Bahn. Damit bezogen die vier Bewerber eine gemeinsame Position zu einem für den Landkreis Harburg und die Samtgemeinde Hanstedt wichtigen Infrastrukturprojekt.

Unterschiedliche Wege, ähnliche Ziele

Die Podiumsdiskussion zeigte insgesamt, dass die vier Kandidaten teilweise unterschiedliche politische Schwerpunkte setzen. Bei vielen grundlegenden Fragen liegen die Vorstellungen allerdings nicht weit auseinander: Die Samtgemeinde soll lebenswert bleiben, ihre dörfliche Struktur bewahren und gleichzeitig zukunftsfähig werden. Schulen und Kinderbetreuung sollen gestärkt, Infrastruktur, Digitalisierung und Mobilität verbessert, der Klimaschutz vorangebracht und das Ehrenamt unterstützt werden.

Für die rund 100 Besucher im Geidenhof bot der Abend aber vor allem eines: die Gelegenheit, die vier Bewerber unmittelbar miteinander zu vergleichen und sich ein eigenes Bild davon zu machen, welchen Weg sie für die Samtgemeinde Hanstedt in den kommenden Jahren einschlagen wollen. "Ich bin mit einer Tendenz hierher gekommen. Jetzt steht meine Entscheidung fest, wen ich wähle", so eine Teilnehmerin zum Ende der Veranstaltung.