Autohaus in Hanstedt
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Jagdgenossen warnen vor Krankheiten

Nicht nur Wildtiere, auch Hunde sind gefährdet
 
Hanstedt. 07.04.2026. Zur Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Hanstedt konnte der Vorsitzende Franz Röhrs am vergangenen Donnerstag knapp 20 Mitglieder und Gäste im Hotel Sellhorn begrüßen. In seinem ausführlichen Bericht sprach Röhrs zentrale Themen an, die die Jägerschaft derzeit bewegen.

Ein Schwerpunkt lag auf der weiterhin kontrovers diskutierten Wolfspolitik. Röhrs verwies darauf, dass die Europäische Union den Schutzstatus des Wolfs inzwischen von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herabgesetzt habe. Damit wäre grundsätzlich auch eine Aufnahme ins Jagdrecht möglich. Allerdings habe die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen) bereits angekündigt, von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen zu wollen. Anders sehe es beispielsweise in Bayern aus, wo bereits eine Abschussquote eingeführt worden sei, wusste Röhrs zu berichten.
 
 
Bei der turnusgemäßen Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Hanstedt wurden zentrale Themen diskutiert, die nicht nur Jäger und Jägerinnen, sondern in zwei Fällen auch Hundebesitzer angehen.
 

Der Vorsitzende äußerte hierzu deutliche Kritik und untermauerte diese mit Zahlen aus der Region: „Im Jahr 2025 hat es im Landkreis Harburg 20 dokumentierte Nutztierrisse gegeben, die Dunkelziffer ist wahrscheinlich höher“, erklärte Röhrs. Zudem verfüge Niedersachsen mit rund 800 Tieren über die dichteste Wolfspopulation in Deutschland.


 
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Ein weiteres wichtiges Thema waren neue Vorgaben bei der Wildtierrettung. Röhrs hob hervor, dass im vergangenen Jahr durch den Einsatz von rund 30 aktiven Drohnenteams etwa 700 Kitze und andere Kleintiere vor dem Mähtod bewahrt werden konnten. Künftig seien jedoch strengere Abläufe vorgesehen: Landwirte müssten geplante Mäharbeiten mindestens 36 Stunden im Voraus beim zuständigen Jagdpächter anmelden, um entsprechende Rettungsmaßnahmen zu ermöglichen.

 

Auch bei Wildunfällen zeichnen sich Änderungen ab. Schwer verletztes Fallwild dürfe künftig nur noch von einer „sachkundigen Person“ erlöst werden. „Da der Begriff sachkundig allerdings nicht weiter definiert ist, rate ich dringend von solchen Maßnahmen ab, da auch hier mit Anzeigen zu rechnen ist“, warnte Röhrs.

 

Sorgen bereiten dem Vorsitzenden zudem verschiedene Tierkrankheiten, die sich in der Region bemerkbar machen. So sei im Landkreis ein Fall der Aujeszkysche Krankheit aufgetreten. Diese sei für den Menschen zwar ungefährlich, könne für Hunde jedoch lebensbedrohlich verlaufen. Beim rückläufigen Hasenbestand machte Röhrs unter anderem die Myxomatose verantwortlich, die im Landkreis bislang jedoch noch nicht flächendeckend verbreitet sei. Deutlich ernster sei die Lage bei der Hasenpest, die in der Region bereits nachgewiesen wurde. „Die Hasenpest ist auf Menschen übertragbar“, betonte Röhrs ausdrücklich und richtete damit eine Warnung an Landwirte und Hundebesitzer.


 
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Über ebenfalls rückläufige Wildbestände berichtete der Hanstedter Jagdpächter Thomas Haas-Rickertsen. Während sich invasive Arten wie Waschbären und Nutrias weiter ausbreiteten, seien die Bestände von Rotwild, Damwild und Schwarzwild in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Haas-Rickertsen, der in diesem Jahr auf 30 Jahre als Jagdpächter in Hanstedt zurückblickt, sieht darin eine Entwicklung, die die Jägerschaft auch künftig vor Herausforderungen stellen wird.

Die Versammlung machte insgesamt deutlich, dass sich die Jägerschaft zunehmend mit gesetzlichen Neuerungen, Tierseuchen und veränderten Wildbeständen auseinandersetzen muss, die unmittelbare Auswirkungen auf die Praxis vor Ort haben.
 
Die ersten Lebensmonate verbringen junge Dachse fast ausschließlich im Bau. Mindestens drei Monate werden sie gesäugt und wagen sich in dieser Zeit noch nicht allein ins Freie. Erst danach beginnt langsam die spannende Phase der ersten Ausflüge. Bis sie vollständig ausgewachsen sind, vergehen etwa neun Monate – bis zur Geschlechtsreife dauert es noch deutlich länger. Im Wildpark gibt es regelmäßig Nachwuchs: Zuletzt im November vergangenen Jahres, jährlich kommen hier ein bis drei Jungtiere zur Welt.

Mit den beiden Dachsbabys zeigt sich der Frühling im Wildpark von seiner besonders niedlichen Seite. Wer derzeit aufmerksam durch das Gelände streift, kann mit etwas Glück einen Blick auf das junge Leben im Bau erhaschen – und miterleben, wie zwei kleine Waldbewohner Schritt für Schritt die große Welt entdecken.