Altkleider: Landkreis geht neue Wege
Landkreis. 22.12.2025. Wohin mit den Altkleidern? Angesichts des übersättigten Altkleidermarkts und Rückzugs von immer mehr Sammlern wird der Landkreis Harburg jetzt selbst aktiv: „Wir stellen eigene Sammelcontainer auf unseren Entsorgungsanlagen auf“, kündigt Erster Kreisrat Josef Nießen an. „Gut erhaltene Kleidung soll nicht im Restmüll landen.“
Jahrzehntelang gab es bewährte Sammelstrukturen durch gemeinnützige und gewerbliche Sammler, die flächendeckend im Landkreis Harburg Sammelcontainer aufgestellt hatten und an vielen Orten auch noch haben – aber eben nicht mehr überall. Die Situation hat sich verändert. „Daher müssen nicht nur wir uns konzeptionell neu aufstellen. Als erste Maßnahme bieten wir nun selbst die Abgabemöglichkeit von Altkleidern auf Entsorgungsanlagen an“, erläutert Erster Kreisrat Nießen.
Jahrzehntelang gab es bewährte Sammelstrukturen durch gemeinnützige und gewerbliche Sammler, die flächendeckend im Landkreis Harburg Sammelcontainer aufgestellt hatten und an vielen Orten auch noch haben – aber eben nicht mehr überall. Die Situation hat sich verändert. „Daher müssen nicht nur wir uns konzeptionell neu aufstellen. Als erste Maßnahme bieten wir nun selbst die Abgabemöglichkeit von Altkleidern auf Entsorgungsanlagen an“, erläutert Erster Kreisrat Nießen.
Zunächst werden sechs Container auf den drei kreiseigenen Anlagen in Nenndorf, Hanstedt und Tostedt-Todtglüsingen aufgestellt. Die Behälter sind bestellt und sollen nach der Lieferung bis Ende Januar 2026 aufgestellt werden. „Gleichzeitig führen wir derzeit Gespräche mit gemeinnützigen Institutionen und Kommunen über eine Zusammenarbeit und Verwertung der gut erhaltenen Altkleider. Anfang 2026 soll es einen Runden Tisch geben. Ziel muss es sein, dezentrale und ortsnahe Abgabemöglichkeiten für Altkleider zu erhalten.“
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An den drei Entsorgungsanlagen können dann künftig zu den regulären Öffnungszeiten verwertbare Textilien kostenlos abgegeben werden. Eine Ausweitung auf weitere Entsorgungsanlagen wird geprüft. Neben den Containern auf den Entsorgungsanlagen gibt es im gesamten Landkreis Harburg rund 175 Altkleidercontainer von gemeinnützigen und gewerblichen Sammlern. Dabei gilt aber wie bisher: Gut erhaltene Kleidung wird über die Altkleidersammlung abgegeben, verschmutzte und verschlissene Textilien gehören in den Restmüll.
Bereits im vergangenen Jahr hatte der Landkreis einen Anbieter beauftragt, auf den Entsorgungsanlagen Altkleidercontainer aufzustellen und die gesammelten Spenden zu verwerten. „Da die Firma sich leider als unzuverlässig erwiesen hat und keine regelmäßige Abholung sicherstellen konnte, wurde der Vertrag aufgelöst und die Container wurden abgezogen“, erläutert Michael Kröger, Leiter der Abfallwirtschaft. „Wir haben daraufhin intensiv an einer tragfähigen Nachfolgelösung für unsere Bürgerinnen und Bürger gearbeitet, die wir nun umzusetzen beginnen.“
Die Herausforderung: „Der Altkleidermarkt ist bundesweit übersättigt, vor allem durch Fast Fashion und eine Überflutung mit minderwertiger, kaum recycelbarer Billigware.“ Altkleidermärkte sind weggebrochen, die Altkleiderqualität hat sich obendrein deutlich verschlechtert. Ein weiteres Problem: Immer häufiger finden die Textilverwerter auch Müll in den Sammelsäcken. Ein weiteres Ärgernis: Säcke mit Müll oder Altkleidern, die neben die öffentlichen Altkleidercontainer gestellt werden. Diese Ablagerung ist illegal und kann mit einem Bußgeld geahndet werden.
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„Das Ziel ist, dass verwertbare Kleidung wiederverwendet werden kann“, betont Erster Kreisrat Nießen. „Denn die Weiternutzung von Kleidung spart Ressourcen, Geld und setzt ein Zeichen gegen die Wegwerfmentalität und Fast Fashion.“
Als Faustregel gilt: Eine Kleiderspende ist nur dann sinnvoll, wenn man die Textilien auch einem Freund oder einer Freundin weitergeben würde. Und vielleicht müssten gut erhaltene Kleidungsstücke ja auch nicht unbedingt zum Altkleidercontainer gebracht, sondern könnten weitergegeben werden – an Freunden und Bekannte, über Second-Hand-Shops, Online-Portale oder Kleiderkammern.
Bekleidung ist außerhalb von Lebensmitteln der Bereich, für den die Menschen in Deutschland das meiste Geld ausgeben – immerhin rund 55 Milliarden Euro im Jahr. 60 Kleidungsstücke kauft jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr, viele davon, ohne sie wirklich zu nutzen: 40 Prozent der Kleidung wird laut Bundesumweltministerium nie oder nur selten getragen, verstopft die Schränke und landet schließlich im Altkleidercontainer oder Müll. Bei rund 1,1 Millionen Tonnen Textilien bundesweit ist das jedes Jahr der Fall.
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