Autohaus Hanstedt
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An der Sternenfahrt, die in Hanstedt auf dem Festplatz mit einer Kundgebung endete, beteiligten sich Landwirte aus Evendorf, Jesteburg und Stelle mit ihren Traktoren sowie zahlreiche Unterstützer aus der Umgebung.
 

"Wir müssen reden!"

Zeitgleich mit der Groß-Demo in Berlin wurde auch in Hanstedt demonstriert
 
Hanstedt. 15.01.2024. "Wenn im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt ..." Mit dieser Zeile beginnt ein romantisches Volkslied, das vom fleißigen Bauernvolk handelt, das egget, pflügt und sät. Zutreffender wäre heute vielleicht ein anderer Text: "Wenn im Märzen der Bauer seine Anträge ausfüllt ... Das sagen Erika und Gerhard Isernhagen aus Quarrendorf.  Sie wissen genau, wovon sie sprechen. Das Ehepaar hat seinen landwirtschaftlichen Betrieb zwar inzwischen an Sohn Jan abgegeben, den großen Strukturwandel in der Landwirtschaft mit jeder Menge neuer Auflagen haben sie aber noch mitgemacht.

Heute sind die beiden zusammen mit vielen anderen Menschen nach Hanstedt auf die Festwiese am Ortsrand gekommen, um ihren Sohn und die vielen anderen aufgebrachten Landwirte bei ihrem Protest gegen die Sparpläne der Bundesregierung zu unterstützen. Dem Aufruf zu einer Sternfahrt nach Hanstedt waren etwa 100 Treckerfahrer gefolgt. Während ein großer Teil des wütenden Landvolks heute nochmals nach Berlin gezogen ist, endete die Sternfahrt in Hanstedt ebenfalls mit einer Kundgebung. Auch wir wollen von hier aus auf die Missstände aufmerksam machen und senden auch eine Botschaft nach Berlin, erklärte Christian Cordes, Landwirt aus Wesel, in Richtung der Demonstranten.  "Die Agrarkürzungen haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Wir müssen reden", so seine ...
 
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... Forderung. Cordes beklagte, die Politik sei nicht redebereit und inzwischen stelle man die Bauern wegen ihrer Proteste sogar in die rechte Ecke. In seiner Ansprache stellte er aber auch klar, dass es meist die Bauern in den kleinen Dörfern sind, die das Dorfleben entscheidend mitprägen und die sich in erheblichem Umfang ehrenamtlich engagieren.

Das konnte so auch Samtgemeindebürgermeister Olaf Muus bestätigen, als er an das Mikrofon trat. Er kritisierte, dass der ländliche Raum in vielen Bereichen ohnehin zu kurz käme. Bei Fehlentscheidungen, und damit spielte Muus auf die jüngsten Sparpläne der Bundesregierung im Agrarbereich an, müsse man den Mut haben, Fehler einzugestehen und rückgängig zu machen, so Muus.

"Die labern euch doch alle nur zu", war aus der aufgebrachten Menge in Richtung der Bühne zu hören. Mitorganisator Jan Isernhagen bat um ein respektvolles Miteinander und rief zu Besonnenheit auf. Das Unverständnis aus der Menge bekam auch Michael Grosse-Brömer (MdB CDU) zu spüren, der seine Anreise nach Berlin wegen der Demonstration in Hanstedt extra verschoben hatte. Es sei richtig, zu zeigen, wenn falsche politische Entscheidungen getroffen werden, so Grosse-Brömer. Nach mehreren Zwischenrufen aus den Reihen der Protestler konterte der Bundespolitiker: Er sei im Nachbardorf groß geworden, lebe dort immer noch, kenne die Sorgen der Landwirte und werde ihren Protest daher auch unterstützen. Er sicherte zu, seine Eindrücke nach Berlin mitzunehmen und sich dort für die Belange der Landwirte einzusetzen.
 
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