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Politik, Verwaltung und Bürgerinitiativen arbeiten bei diesem Thema Hand in Hand. Das zeigte sich einmal mehr bei der Infoveranstaltung mit Samtgemeindebürgermeister Olaf Muus, BI Sprecher Christian Deppner sowie den Gemeindebürgermeistern aus Brackel. und Marxen, Dirk Schierhorn und Christian Meyer (v.l.n.r.).
 

"Wir müssen am Ball bleiben"

Infoveranstaltung der BIs gegen die Neubauplanung der Deutschen Bahn mit deutlicher Botschaft: Das Thema ist nicht vom Tisch 
 
Brackel. 06.12.2023. Die Neubautrasse der Deutschen Bahn (DB) von Hamburg nach Hannover ist nicht vom Tisch! Mit dieser Feststellung eröffnete Christian Deppner, Sprecher der Brackeler Bürgerinitiative (BI) X-durch-Y, jetzt einen Infoabend in der Brackeler Festhalle, zu der die Brackeler und die Marxener BIs gemeinsam mit den Gemeinden eingeladen hatten. Ein Artikel in der FAZ aus dem September habe dazu geführt, dass viele der Ansicht seien, die DB habe die Planungen für einen Bahnstreckenneubau eingestellt, so Deppner weiter, aber: "Die Bahn plant lustig weiter!" Der Neubau werde damit begründet, dass das Bedarfsplanprojekt "Alpha E mit Bremen" nicht die nötigen Kapazitäten erreichen würde. Verlässliche Prognosen gebe es dazu aber nicht, weiß Deppner. Gemeinsam mit anderen BIs habe man deshalb auch mehrfach gefordert, alle Planungen offen zu legen.

Einen großen Dank für die Arbeit der BIs sprach Samtgemeindebürgermeister Olaf Muus aus, räumte aber auch gleich ein, dass es ihm schwerfiele, irgendetwas Positives zu berichten. Muus sieht bei den Menschen eine gewisse Lethargie einkehren und forderte dazu auf, unbedingt am Ball zu bleiben. In seinen Ausführungen verteilte er der Bahn dann auch einige Seitenhiebe: "Da wird ein Hochleistungsnetz geplant, dabei bekommt die Bahn nicht einmal die Bestandssanierung hin." Auch im Hinblick auf die erheblichen Finanzprobleme konnte er sich die Frage, woher die DB das Geld überhaupt nehmen wolle, nicht verkneifen. In Bispingen plane die DB die Neubaustrecke mitten durch das Gewerbegebiet, an anderen Orten würden Menschen ihre Wohnhäuser verlieren und verlassen müssen: "Für diejenigen, die unmittelbar ...
 
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... dem Trassenneubau betroffen sind, ist die langanhaltende Ungewissheit schlimm", sagte  Muus. "Wir müssen den Entscheidungsträgern weiter auf die Füße treten und sie an die Verabredungen aus dem Dialogforum Schiene Nord erinnern. Wir müssen uns weiterhin kümmern, uns bundesweit mit anderen betroffenen Regionen vernetzen und von deren Erfahrungen lernen", sagte Muus und konnte hierzu auch von mehreren Telefonaten mit betroffenen Kommunen in Bayern berichten.

BI Sprecher Deppner wies in seinen anschließenden Ausführungen auch noch einmal auf eine Studie des Ingenieurbüros "Bahnzentrum Bielefeld" hin. Die Initiative WiduLand e.V. hatte die Studie (hier verlinkt) mit dem Ziel in Auftrag gegeben, den CO2-Ausstoß von Ausbau- und Neubauvariante zu vergleichen. Das Ergebnis der Studie zeigt klar, dass die von Bund und Bahn favorisierte Neubautrasse deutlich klimaschädlicher ausfällt. Christian Deppner betonte: "Das sind echte Zahlen. Damit kann jede Kommune arbeiten." Rund 40.000 Euro hat die Studio gekostet. Deppner schätzt, dass eine vergleichbare Studie für die Strecke Hamburg - Hannover aufgrund der längeren Distanz etwa 50.000 Euro kosten wird. "Wenn jeder Betroffene entlang der gesamten Strecke nur 2 Euro dazu gibt, ist das finanzierbar", so Deppner, der davon ausgeht, dass sich auch die Kommunen an den Kosten beteiligen werden.

Um weiter Präsenz zu zeigen, ist beim nächsten Statustreffen von Projektbeirat und niedersächsischem Verkehrsministerium eine großangelegte Demonstration (Download Flyer) der regionalen BIs geplant. Termin: 15. Dezember ab 12 Uhr in Celle vor dem Ringhotel Celler Tor, Scheuener Straße 2. "Wir müssen sichtbar bleiben und unsere Möglichkeiten, die uns die Demokratie gibt, wahrnehmen", appellierte Deppner zum Ende der Veranstaltung.
 
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